Angewendete Therapiemethoden
Achtsamkeitsbasierte Methoden
Achtsamkeitsbasierte Psychotherapie
ist eine neue Form der therapeutischen Arbeit, in der der Klient angeregt wird, auf eine wache, annehmende und wertneutrale Weise mit seinen Gedanken, Gefühlen und den eigenen Wahrnehmungsprozessen im Kontakt zu sein und zu lernen mit ihnen angemessen umzugehen. Da sich bei ängstlichen, gestressten oder auch depressiven Menschen die Gedanken häufig verselbstständigen und wie von einem "Autopiloten" auf Einbahnstraßen beispielsweise der Verschlimmerung und Dramatisierung gelenkt werden, lernt man über die Schulung der Achtsamkeit, aus diesen Gedankenschleifen und Aufschaukelungsprozessen auszusteigen und sich ins Hier und Jetzt zurückzuholen. Darüber hinaus entwickelt man ein adäquates Gespür für körperliche und emotionale Prozesse und entwickelt die Fähigkeit mit Schwierigkeiten und unangenehmen Situationen leichter umzugehen und Selbstheilungs- und Selbstregulations-Prozesse zu aktivieren. Um die Achtsamkeit zu etablieren bedarf es täglicher Übung wie kleinen informellen Achtsamkeits- oder Selbstbeobachtungsübungen im täglichen Leben sowie täglich durchgeführte formale Übungseinheiten der Achtsamkeits-Meditation im Liegen oder Sitzen.
Die Achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung (MBSR)
wurde von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn an der Universitätsklinik von Massachusetts (USA) vor über 25 Jahren extra für Menschen entwickelt, die unter großer Belastung stehen (chronische Erkrankungen und Schmerzen, Psychosomatik, hohe Arbeits- oder familiäre Belastungen u.v.m.). Über die intensive Schulung der Achtsamkeit durch Dialog, Selbstreflektion, informelle Übungen im alltäglichen Leben und formale Übungen wie Achtsamkeits-Meditationen im Liegen und Sitzen sowie Yoga, wird eine gelassenere, positive Lebenseinstellung, die Entwicklung neuer Perspektiven sowie kreative Handlungsmöglichkeiten angeregt, die es den Patienten ermöglichen, jeder Lebenserfahrung, auch den schwierigen, mit mehr Gleichmut, Klarheit und Weisheit angemessen und wirkungsvoll zu begegnen.
Die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (MBCT)
ist ein neues, nicht-medikamentöses Psychotherapie-Verfahren, das von den Profs. Williams, Teasdale und Segal entwickelt wurde und ehemals depressive Personen vor einem Rückfall schützt. MBCT kombiniert die Kernelemente aus dem MBSR Programm mit Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie. Um das psychische Immunsystem zu stärken werden praktische Übungen erlernt, welche dann im Alltag angewandt werden können. Die tägliche Übung ist wesentlicher Bestandteil für den Erfolg der Therapie.
Energiepsychologische Methoden
EFT - Emotional Freedom Technique (Klopfakupressur)
ist ein innovativer Ansatz, der sich bei der Behandlung von Ängsten, Phobien, Traumata, akutem Stress, Depression, Schmerzen, Sucht, Zwangsstörungen und emotionaler Belastung als besonders wirksam erweist. Dabei wird der Fokus des Patienten auf das Problemerleben mit seinen emotionalen, kognitiven und physiologischen Aspekten gerichtet, während gleichzeitig eine sensorische Stimulierung in Form von reiben oder klopfen bestimmter Meridianpunkte erfolgt. Dadurch wird eine Unterbrechung der konditionierten Stress-Reaktionsmuster erreicht, neuronale Verarbeitungsprozesse eingeleitet und unterstützt, alte neuronale Trigger- und Stress-Verbindungen abgebaut/gelöscht und neue neutrale neuronale Verbindungen geschaffen. Insbesondere bei der traumatherapeutischen Behandlung bedeuten die Techniken der Energetischen Psychotherapie eine große Bereicherung, da sie an sich schon eine sehr sanfte schonende Behandlungsform darstellen, die durch verschiedene Modifikationen und Variationen eine noch größere Distanzierung vom traumatischen Erleben erlauben und Retraumatisierung durch unerwünschte Abreaktionen verhindern. Darüber hinaus ist EFT ein effektives Selbsthilfewerkzeug, was dem Anwender größere Unabhängigkeit von Therapeuten und der Therapiesituation und stärkere Selbstkontrolle und Erfahrungen von Selbsteffizienz ermöglicht.
Logosynthese
Die Logosynthese wurde 2005 von Dr. Willem Lammers entwickelt und gehört zu der neuesten Entwicklung der energetischen Psychotherapie. Durch die Kraft der Worte wird es dem Anwender ermöglich, auf schonende, einfache, elegante und meist verblüffend schnelle Weise störende energetische Strukturen aufzulösen, einen heilsamen Integrations-Prozess einzuleiten und in alten Erfahrungen/ Verletzungen gebundene Energie wieder zurückzuziehen, ohne jedoch das Erlebte im therapeutischen Prozess noch einmal durcherleben zu müssen.
Dabei werden präzise formulierte Sätze benutzt, die weit über ihre kognitive Bedeutung hinaus gehen und Blockaden wie störende Emotionen, Körpersymptome, einschränkende Glaubens- bzw. Verhaltensmuster und Gedanken auflösen.
Klassische Methoden
Die klärungsorientierte Gesprächspsychotherapie (nach R. Sachse)
ist auf der Grundlage der Gesprächspsychotherapie und der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt worden und legt besondere Aufmerksamkeit auf die Klärung und Bewußtmachung sowie die Veränderung von Denk-, Reaktions- und Verhaltensmustern, sogenannter Schemata. Wichtigstes Ziel der Therapie ist, unbewusste und unkontrollierbare Schemata bewusst zu machen und darauf hin selbstverständliche Gewohnheiten, Überzeugungen, Wünsche etc. in Frage zu stellen, zu korrigieren und neue Erfahrungen an sich heranzulassen.
Die Gestalttherapie
ist ein erlebnisaktivierendes Psychotherapieverfahren. Im Mittelpunkt der gestalttherapeutischen Methode steht die Entwicklung und Verfeinerung des Gewahrseins (Achtsamkeit) aller gerade vorhandenen und zugänglichen Gefühle, Empfindungen und Verhaltensweisen. Über die Reaktivierung emotionaler Bedürfnisse und deren Wahrnehmung und durch die direkte und konkrete Arbeit an aktuellen Situationen durch Dialog und bewusstseinsfördernden, erlebnisorientierten Methoden, wird der Kontakt des Patienten zu sich selbst und zu seiner Umwelt gefördert und unterstützt. Auf diese Weise werden die Selbstregulierungskräfte des Patienten aktiviert und neue Einsichten, Erfahrungen und Möglichkeiten der Neugestaltung des eigenen Lebens und Verhaltens erschlossen.
Die moderne Hypnotherapie nach Erickson
bedient sich besonderer Sprachmuster wie Metaphern, Sprachbilder, Analogien und Wortspiele, die genutzt werden, um dem Unbewussten Raum zu geben für kreative Veränderungen und so bei dem Klienten neue Ideen und Lösungsmöglichkeiten für seine Probleme anzuregen. Die Kontrolle darüber, welche dieser Ideen er annimmt und wie er sie nutzt, bleibt dabei vollkommen beim Klienten.